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So schonen Sie Ihre Gelenke in den
ersten Wochen nach der Operation

Stehen

Stehen Sie stabil auf beiden Beinen und belasten Sie diese gleichmäßig. Absolut zu vermeiden sind abrupte Drehungen: Die gleichzeitige Rotation von Becken und Beinen ist gefährlich für das neue Gelenk! Sitzen Sie in der ersten Zeit auch nicht zu lange, sondern legen Sie immer wieder Steh- und Liegepausen ein.

Sitzen

Am besten sitzen Sie im Moment auf einem hohen, stabilen Stuhl mit Armlehnen. Auf den Lehnen können Sie sich beim Hinsetzen und Aufstehen abstützen bzw. hochstemmen. Die Sitzhöhe muss so hoch sein, dass die Beine im stumpfen Winkel zum Körper stehen (= Hüfte höher als Knie).

Treppen steigen

Für das Treppauf- und Treppabgehen können Sie sich vielleicht eine Eselsbrücke merken wie: „Krank geht’s bergab, gesund geht’s bergauf“. Das bedeutet, dass Sie beim Treppaufgehen das gesunde Bein zuerst aufsetzen, dann die Gehhilfe und das operierte Bein. Treppab genau umgekehrt: Erst kommt die Gehhilfe und das operierte Bein und zuletzt das gesunde.

Schlafen

Hüftpatienten müssen eine zu starke Innenrotation in der Seitenlage vermeiden und ein Kissen oder Polster zwischen die Knie nehmen. Besser ist aber immer die Rückenlage! Ihr Bett sollte fest sein und so hoch wie ein Stuhl, damit Sie sich einfacher hinlegen und wieder aufstehen können. Zur Betterhöhung können Sie eventuell eine zweite Matratze auflegen.

Körperpflege

Gehen Sie mit rutschfesten Schuhen ins Bad und vergewissern Sie sich, dass Haltegriffe und rutschfeste Unterlagen oder Matten vorhanden sind. Nasse, rutschige Badezimmer bergen immer eine Sturzgefahr und Stürze müssen Sie unbedingt vermeiden! Die Dusche betreten Sie mit dem gesunden Bein zuerst und nehmen dann auf einem sicheren Duschhocker – mit vier Beinen! – Platz. Ein Schwamm mit langem Stiel sorgt dafür, dass Sie sich beim Einseifen nicht bücken müssen. Im Liegen baden können und sollen Sie in den ersten sechs Monaten nicht. Das Baden in den Anfangsmonaten nach der Operation ist somit mehr ein sitzendes Duschen in der Badewanne.

An- und Ausziehen

Bereits im Krankenhaus haben Sie vielleicht die Vorzüge von Anziehhilfen kennen und schätzen gelernt: Gemeint sind Anziehstock, Strumpfanzieher und langer Schuhlöffel. Mit den Haken des Anziehstocks greifen Sie den Bund des Kleidungsstücks und ziehen es zunächst über das betroffene, dann über das gesunde Bein. Mit Hilfe der Gehhilfe richten Sie sich nun auf und ziehen das Kleidungsstück ganz hoch. Beim Ausziehen nehmen Sie bitte zuerst das gesunde Bein aus der Kleidung.

Der Schuhlöffel mit langem Griff hilft Ihnen in Ihre festen und flachen Schuhe hinein. Schnürschuhe können Sie eine Weile nicht gebrauchen, da Sie sich ja nicht bücken sollen. Wer auf geschnürte Schuhe nicht verzichten will: Es gibt im Fachhandel elastische Schnürsenkel bzw. Gummisenkel: Sie werden einmal eingefädelt und gebunden und die Schuhe können dann wie Slipper mithilfe des Schuhlöffels angezogen werden!

Heben und Tragen

Sie sollten in der ersten Zeit nichts Schweres heben oder tragen! Das Heben ist häufig mit Bück- oder Rotationsbewegungen verbunden, die Ihr Hüft- und Kniegelenk gefährden können. Tragen Sie nicht zu schwer und vor allem nicht einseitig auf einer Körperseite. Solange Sie wegen der Gehhilfe nicht mit beiden Armen tragen können, nehmen Sie einen Rucksack, einen Einkaufswagen oder einen Rollator zu Hilfe.

Auto fahren

Wenn nach ärztlichem Erachten die Gehhilfen nicht mehr erforderlich sind, dürfen Sie wieder selbst Auto fahren.